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Energieberatung – Ziel: mit wenig Aufwand viel sparen

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Klimaschutzkonzept der Stadt Freising - Jetzt erhalten die Bürger das Wort.Klimaschutzkonzept der Stadt Freising - Jetzt erhalten die Bürger das Wort.

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(Sigrid Balke, Geislinger Zeitung, 23.11.04)

Während der letzten zwei Wochen hat Energieberater Josef Konradl die Schulen und Hallen der Stadt Geislingen unter die Lupe genommen. Das Ziel der Aktion: mit wenig Aufwand viel Energie und Geld sparen, und das Bewusstsein für effektiven Umgang mit Energie wecken.

Seine Ausrüstung besteht aus viel Erfahrung, einem geschulten Blick und gesundem Menschenverstand – seine Aufgabe ist die kommunale Energieberatung. Seit einer Woche nimmt Energieberater Josef Konradl die Gebäude der Stadt Geislingen unter die Lupe, 75 stehen auf seiner Liste. Bei seiner Inspektion von Schulen und Verwaltungen erkennt der Diplom-Ingenieur energiefressende Schwachstellen meist auf den ersten Blick – zum Beispiel in der Lindenschule.

Ein Klassenzimmer im Erdgeschoss: Es ist ziemlich warm, einige Schüler sitzen im T-Shirt über ihren Erdkundebüchern. Kurzes Nachmessen mit dem Laserthermometer bestätigt die Vermutung des Energieberaters. Der Thermostatfühler der Heizung ist an der kältesten Stelle im Raum angebracht. Kein Wunder, dass die Heizung auf vollen Touren läuft. „Zum konzentrierten Arbeiten ist es eigentlich viel zu warm“, stellt Konradl fest. Das Laserthermometer ist das einzige „High-Tech-Equipment“, das er bei seiner Schul-Inspektion aus der Tasche zieht.

Das die Beleuchtung in den Toiletten „absolut überdimensioniert“ ist, sieht der Fachmann auch ohne Luxmeter: „Eine Leuchtstoffröhre weniger reicht dort völlig aus.“ Ein Tipp, den Hausmeister Peter Gaschenk ohne Aufwand umsetzten kann.


In der Heizzentrale der Lindenschule: Auch hier gab der Energieberater wertvolle Tipps. (Foto: Sigrid Balke)

Das gilt auch für die meisten anderen Energiesparvorschläge. „Ein Grad Temperatursenkung spart sechs Prozent an Energie“, verdeutlicht Konradl das Sparpotenzial und plädiert für einen vernünftigen Umgang mit moderner Regelungstechnik. Heizkörper neben den Türen zum Pausenhof oder gekippte Fenster über einem eingeschalteten Heizkörper, überdimensionierte Pumpen im Heizraum, Dauerlicht in unbenutzten Räumen oder unzureichend isolierte Außenwände – da kann Konradl nur mit dem Kopf schütteln.

Den Verweis auf die leere Kasse der Stadt lässt er nicht gelten. Seine Vorschläge kosten nichts. Erst Kosten einsparen, dann die Ersparnisse investieren, lautet seine Devise. Das gilt auch für das Honorar der ZREU GmbH, dem Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt, für das Konradl tätig ist. Grundsätzlich geht es ihm darum, Bewusstsein für einen vernünftigen Umgang mit Energie zu wecken – „ohne sich dabei zu Tode zu sparen. Und in Schönheit zu sterben ist auch nicht nötig.“

So muss es reichen, zwischen Heizkörper und Außenwand eine Styroporplatte zur Wärmedämmung anzubringen. Nicht unbedingt schön, aber effektiv. „Das kann man vielleicht in ein Projekt mit Schülern integrieren“, schlägt Konradl dem Schulleiter der Lindenschule, Christof Straub, vor, der zunächst einen eher skeptischen Eindruck macht. Doch es gelingt dem Energiebrater, sowohl Straub, als auch die anderen Beteiligten der Ortsbegehung – Joachim Burkert und Karl Kurz vom Hochbauamt und Nina Gaschek vom Energie-Contolling der Stadt – mit seinem Konzept zu überzeugen.

Im Musikraum und im Pausenbereich rauschen die Ventilatoren der Luftheizung. Ein Geräusch, das Konradl umgehend zu Änderungsvorschlägen veranlasst. Eine Luftheizung sei die energieintensivste Art zu heizen und daher nur für eine kurzzeitige Erwärmung gedacht, erklärt er. Der Hausmeister ist überrascht. Er heizt damit, weil es sein Vorgänger schon so gemacht hat und der ihn damals entsprechend eingewiesen hat. Das höre er nicht zum ersten Mal, meint Konradl achselzuckend, vieles sei die Macht der Gewohnheit.

Wenn es wegen einer sinnvollen Energienutzung darum geht, an alten Gewohnheiten zu rütteln, nimmt der Diplomingenieur kein Blatt vor den Mund. Bei der außerschulischen Raum-Belegung lässt er keine Gewohnheitsrechte gelten. „Wegen einem Verein, der hier Räume belegt, alles zu heizen, und alle Flure zu beleuchten, ist völliger Quatsch. Da muss man die Vereinsaktivitäten auf einen Abend und in zwei, drei Schulen bündeln“, lautet sein Vorschlag. Mal wieder ein Vorschlag, der außer nervenaufreibender Überzeugungsarbeit nichts kostet und viel bringt.


Geislingen, 23. November 2004