„Pellets for Europe“ - Umweltfreundliches Heizen mit Holzpellets

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 12% zu erhöhen - ein ehrgeiziges Ziel, das mit zahlreichen Programmen und Aktionen unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund fördert die Europäische Kommission, Generaldirektion Energie und Verkehr das Projekt “Pellets for Europe” im Rahmen ihres ALTENER-Programms.

17 Partner-Organisationen aus elf europäischen Staaten – Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweden, Spanien - sind am Projekt beteiligt. Ziel ist es, die Entwicklung eines europäischen Pelletmarktes durch den Aufbau regionaler Plattformen zu unterstützen und Verbreitungs- und Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen – regionale Pellet-Netzwerke. Mitglieder dieser Netzwerke sind sowohl Anlagenhersteller und –lieferanten, Installateure, Pellethersteller und deren Rohstofflieferanten als auch regionale Behörden, Verbände und Biomasse-Vereinigungen.

ZREU, das Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt GmbH aus Regensburg begleitet als bayerischer Partner den Aufbau und die Umsetzung der regionalen Netzwerk-Aktivitäten.



Holzpellets - ein nachhaltiger Brennstoff
Gehört Ihr Heizungskessel zu den geschätzten 0,5 Millionen Ölkesseln oder 300.000 Gasheizkesseln die die Abgasverlust-Grenzwerte nach der Bundesimmissionsschutzverordnung nicht mehr einhalten und daher modernisiert werden müssen? Oder denken Sie über eine zukunftsfähige Heizungsanlage Ihres geplanten Eigenheims nach? Dann haben Sie sicher auch schon mal an den nachwachsenden Brennstoff Holz gedacht. Moderne Holzpelletheizanlagen bieten heute eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen bei vergleichbarem Bedienkomfort. Insbesondere in Kombination mit einem Solarkollektor und Warmwasserspeicher entsteht ein nachhaltiges System für die moderne Wohnraumbeheizung.


Heizen mit Holzpellets

Pellets sind zylindrische Presslinge aus getrockneten, naturbelassenen Holzreststoffen (Sägespäne, Hobelspäne, Waldrestholz).

Als Brennstoff in modernen Pelletheizanlagen bieten sie eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen bei vergleichbarem Bedienkomfort.

Pellets sind schütt- und rieselfähig und werden als lose Ware wie das Heizöl mit dem Tankwagen geliefert oder sind als Sackware, auch in sogenannten BigBags, erhältlich. Sie können in einem Lagerraum (z.B. ehemaliger Öltankraum) in Sacksilos oder auch in einem Erdtank gelagert werden.



Heizsysteme für Pellets

Einzelöfen (Kaminöfen)
Pellets können in Kaminöfen oder Heizeinsätzen zur Einzelraumbeheizung im Wohnbereich eingesetzt werden. In dem Kaminofen ist ein Vorratsbehälter integriert, aus dem die Pellets automatisch in den Brennraum gefördert werden. Der Vorrat kann jederzeit per Hand aufgefüllt werden. Es werden auch Öfen angeboten, die zusätzlich mit Wassertaschen ausgerüstet sind und damit an einen Heizwasserkreislauf angeschlossen werden können.


Bildquelle: Stemmer Heizungstechnik

Bildquelle: Wodtke GmbH

Heizanlagen
Als Zentralheizungsanlagen werden halbautomatische Kompaktanlagen, deren Vorratsbehälter per Hand befüllt werden, oder vollautomatische Pelletheizanlagen angeboten.

Diese werden automatisch mit Pellets aus einem Lagerraum oder -tank versorgt und vollautomatisch geregelt. Hinsichtlich des Bedienkomforts ist die Häufigkeit der Ascheentleerung und die Reinigung der Heizflächen (manuell oder automatisch) von Bedeutung.

Die Pelletheizungen können auch mit einem Warmwasserspeicher kombiniert werden. Dies ermöglicht die Integration einer thermischen Solaranlage in das Versorgungssystem. Die Pelletheizung wird damit zum nachhaltigen Heizsystem für die moderne Wohnraumbeheizung.


Bildquellen: ÖkoFEN Forschungs- und Entwicklungs GmbH,
Fritz Grimm GmbH & Co.KG, Epple GmbH


Förderung

Pelletzentralheizungen werden im Rahmen des Marktanreizprogramms des Bundes mit 60 € je kW Nennwärmeleistung bezuschusst, mindestens jedoch mit 1.700 € bei einem Kesselwirkungsgrad ab 90 %.

Einzelöfen, die an das Zentralheizungsnetz angeschlossen sind, werden - sofern der Wirkungsgrad mehr als 90 % beträgt - mit mindestens 1.000 € gefördert.



Kosten

Für das Heizen mit Pellets müssen etwas höhere Anschaffungskosten als bei konventionellen Heizsystemen in Kauf genommen werden.

Aufgrund der wesentlich niedrigeren und dazu weitgehend stabilen Brennstoffpreise sind die Jahresgesamtkosten und dabei insbesondere die verbrauchsgebundenen Kosten günstiger. Dazu kommen die ökologischen Vorteile dieses Brennstoffes.

Die Jahresgesamtkosten der Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses mit einem Jahreswärmebedarf von 25 MWh/a und einer Kesselnennleistung von 20 kW sind in der folgenden Tabelle vergleichend dargestellt.

Die angegebenen Preise sind als Richtpreise zu verstehen. Weitere Randbedingungen für die Berechnungen sind: Nutzungsdauer 15 Jahre, Zinssatz 2 %.

Heizöl Erdgas Pellets
Raumaustr.
Jahresnutzungsgrad 85 % 90 % 85 %
Heizwert 10 kWh/l 10 kWh/m³ 4,9 MWh/t
Jahresbrennstoffbedarf 2 941 l/a 2 778 m³/a 6 t/a
Brennstoffpreis 0,45 Euro/l
45,0 Euro/MWh
0,50 Euro/kWh
50,0 Euro/MWh
170 Euro/t
34,7 Euro/MWh
Investition Anlage 5.200 Euro 5.200 Euro 9.200 Euro
Investitionsförderung - - 1.700 Euro
Kapitalgebundene Kosten 405 Euro/a 405 Euro/a 584 Euro/a
Verbrauchsgebundene Kosten 1.348 Euro/a 1.394 Euro/a 1.056 Euro/a
davon Brennstoffkosten 1.324 Euro/a 1.389 Euro/a 1.020 Euro/a
davon Kosten für Hilfsener. 24 Euro/a 5 Euro/a 36 Euro/a
Betriebsgebundene
und Sonstige Kosten
225 Euro/a 200 Euro/a 300 Euro/a
Jahresgesamtkosten
mit Förderung
2.001 Euro/a 2.004 Euro/a 1.976 Euro/a
Quelle: ZREU, BIZ, C.A.R.M.E.N. e.V. 2004


Worauf Sie beim Kauf von Holzpellets achten sollten

Die Qualität von Holzpellets wird durch verschiedene Normen und Gütekriterien gesichert.

Die in der DIN 51731 festgelegten Parameter genügen oftmals den Anforderungen moderner Pelletheizungen nicht mehr.

Strengere Kriterien fordert die ÖNorm, weshalb sich die meisten Pelletshersteller an dieser Regelung orientieren.
Aussagekräftig ist allerdings nur das Siegel "geprüfte DIN- oder Ö-Norm-Pellets".


Seit 2002 wird von der DINcertco das Gütezeichen DIN plus vergeben, dass die jeweils strengeren Regelungen der DIN und der Ö-Norm kombiniert und außerdem den Aufbau eines firmeninternen Qualitätsmanagements vorsieht.


Der Pelletsverband Austria/Deutschland hat ein eigenes Gütezeichen für die Pelletherstellung und -logistik eingeführt. Gegenüber dem DINplus System unterscheidet sich das PVD/PVA-Gütezeichen durch eine Codierung der einzelnen Pelletchargen und kürzere Prüfintervalle.


Weitere Informationen

Eine ausführliche Liste mit Herstellern und Lieferanten von Holzpellets und Pelletheizanlagen sowie technische Hintergrundinformationen finden Sie im Internet unter www.carmen-ev.de (C.A.R.M.E.N. e.V, Straubing) oder www.biomasse-info.net (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow). Ihr Bezirkskaminkehrermeister kann Ihnen zumeist Beispielanlagen in Ihrer Nähe nennen.

Im Schulungs- und Ausstellungszentrum des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (SAZ, Schulgasse 18, 94315 Straubing) haben Sie außerdem die Möglichkeit, sich über Pelletheizungen unterschiedlicher Hersteller ausführlich im Rahmen einer Dauerausstellung zu informieren. Jeden ersten Dienstag im Monat sind zudem Gespräche mit den Herstellern und Lieferanten der Anlagen in der Ausstellung möglich.



Aktivitäten

Technology tour to Bavarian/Austrian wood energy sites incl. biomass seminar (29. Februar – 06. März 2004) PDF [848,0 KB] engl.
Photogalerie Pellet Tour
Training course on wood pellet technologies (17. – 19. Mai 2004) . Photogalerie Training Course
European Pellets Conference (02. – 03. März 2005), Wels, Oberösterreich . O.Oe. Energiesparverband
PELLETS 2004: FACHMESSE FÜR PELLETSTECHNIK
Pelletskessel-Produzenten, Lagersysteme-Anbieter und Brennstoff-Hersteller
7./8.10.2004, DE-Stuttgart
www.pellets2004.de


Kontakt

Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt GmbH (ZREU)
Wieshuberstrasse 3
D-93059 Regensburg

Fon: +49 (0)941 464 19-0
Fax: +49 (0)941 464 19-10

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